Ausbildungszug Gefahrgut der DB
Die Beförderung von gefährlichen Gütern stellt zwar ein hohes Gefahrenpotential dar, jedoch ist die moderne Gesellschaft mit ihren teils weit verzweigten und verlagerten Produktionsketten auf den Transport dieser Güter auf dem Land- und Seeweg angewiesen. Rund 60 Millionen Tonnen Gefahrgut werden dabei jährlich auf der Schiene transportiert. Zwischenfälle sind zwar selten, wenn sie jedoch auftreten, ist das koordinierte Vorgehen von ausgebildetem Personal notwendig, um größeren Schaden zu verhindern.
Zu diesem Zweck unterhält die Deutsche Bahn einen Ausbildungszug Gefahrgut, der jährlich an rund 60 Stationen in Deutschland Halt macht. Vom 8.-10. November 2011 hatte die Feuerwehr Amberg die Gelegenheit, diese praxisnahe Ausbildungsmethode auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Amberg zu testen.
Der Ausbildungszug besteht aus einem zu einem Lehrsaal umfunktionierten Personenwaggon, einem zu Anschauungszwecken begehbaren Gasdruckkesselwagen sowie einem Kesselwagen, an dem verschiedenste Havarie- Szenarien nachgestellt werden können. Aufgrund der Mannschaftsstärke wurden die theoretische Ausbildung sowie die Begehung des Gasdruckkesselwagens an zwei Abenden durchgeführt. Das Team der Deutschen Bahn referierte über das Gefährdungspotential des schienengebundenen Gefahrguttransportes und zeigte anhand von größeren Unglücken der letzten Jahre im In- und Ausland die Folgen, die Unfälle mit derartigen Transportgütern mit sich bringen können. Im begehbaren Kesselwagen schließlich konnte man sämtliche im Einsatz befindliche Bedienungseinrichtungen zur Belüftung bzw. Entleerung der Kessel sowie Sicherheitsvorrichtungen besichtigen und selbst betätigen.
Am dritten Abend dann rückten knapp 40 Mann der Feuerwehr Amberg mit dem Gefahrgutzug aus und probten den Ernstfall. Angenommen wurde die Havarie eines Kesselwagens, aus dem Salpetersäure austritt. Sämtliche Komponenten und Meldewege des Gefahrguteinsatzes wurden dabei berücksichtigt. Sechs Mann unter Chemikalienschutzanzug (CSA) versuchten, die Leckage abzudichten und das ausgetretene Medium aufzufangen. Mit einem Tanklöschfahrzeug wurde der Brandschutz sichergestellt. Eine weitere Aufgabe war die Dekontamination der CSA-Träger nach deren abgelaufener Einsatzzeit, die aufgrund der großen körperlichen Belastung unabhängig von der Art des Einsatzes 20 Minuten nicht überschreiten darf. Sämtliche Maßnahmen wurden von der Einsatzleitung, ergänzt durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, koordiniert.
Nach rund zwei Stunden war die Übung beendet und konnte durch die internen Beobachter zusammen mit den teilnehmenden Kameraden evaluiert werden. Die Feuerwehr Amberg bedankt sich bei der Deutschen Bahn für diese hervorragende Möglichkeit der praxisnahen Ausbildung und Übung!


