Monatsbericht Juli 2005

Den bisher einsatzreichsten Monat erlebte die Amberger Feuerwehr im Monat Juli. Bei 78 Alarmen – 63 technische Hilfeleistungen, 12 Brandmeldealarme und drei Feuern – war die Hilfe der Helfer gefragt. Nachdem im Juli mehrere unwetterartige Gewitter über dem Stadtgebiet niedergingen, konnten allein 47 witterungsbedingte Einsätze gezählt werden – fast so viele wie im Vormonat insgesamt. Bei vier Veranstaltungen im Amberger Congress Centrum und drei im Stadttheater mussten Sicherheitswachen gestellt werden.

Die Meldung über einen schweren Verkehrsunfall in Witzlhof erreichte die Feuerwehreinsatzzentrale am 01. Juli gegen 7.42 Uhr. Auf der Hauptstraße soll ein Pkw mit einem Linienbus kollidiert sein, die Fahrerin des Kleinwagens sei eingeklemmt. Daraufhin alarmierte der Diensthabende die zuständigen Landkreisfeuerwehren sowie die Stadtteilwehr Ammersricht und den Rüstwagen der Feuerwache. Beim Eintreffen der Amberger Kräfte stellte sich heraus, dass die Verunfallte nicht eingeklemmt und ein Eingreifen nicht mehr erforderlich war.

In den frühen Nachmittagsstunden des nächsten Tages rückten der Stadtlöschzug und der Inspektionsdienst zu einem Brandmeldealarm in ein Schülerwohnheim in der Altstadt aus. Nach dem Erkunden des Objekts konnte aber kein Schadensereignis festgestellt werden.

Nach einem starken Gewitterregen am 05. Juli stand zum wiederholten Male die Bahnunterführung in der Kokereistraße unter Wasser. Die Stadtteilfeuerwehr nahm sich der Einsatzstelle an und pumpte, unterstützt von einem Kanalspülwagen, das Wasser ab. Kurze Zeit später konnte die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

07_01.jpgAm 07. Juli um 12.12 Uhr ereignete sich auf der B299 auf Höhe der Einmündung der B85 ein Auffahrunfall mit mehreren US-Militärfahrzeugen. Durch den Aufprall liefen aus den Geländewagen diverse Betriebsstoffe aus, die durch die Besatzungen des Kleinalarmfahrzeugs und des Rüstwagens mit Hilfe von Bindemittel aufgenommen wurden. Während der Anfahrt zu diesem Einsatz musste das Kleinalarmfahrzeug zu einem dringenden notfallmäßigen Türöffnen in die Peter-Vischer-Straße umgeleitet werden. Es galt dem Rettungsdienst, der vor dem Haus stand, Zutritt zu den Räumlichkeiten zu verschaffen. Eine ältere Dame war in ihrer Wohnung gestürzt und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr helfen. Mit Gewalt drangen die angerückten Helfer durch ein Fenster im Erdgeschoss in das Gebäude ein und öffneten die Haustüre.

Der 10. Juli sollte der bisher arbeitsreichste Tag des Jahres werden. Der erste Einsatz des Tages bescherte den Einsatzkräften um 3.58 Uhr ein vorsätzlich eingeschlagener Feuermelder in einer Kneipe in der Altstadt. Nach kurzer Klärung des Sachverhaltes rückte der Stadtlöschzug wieder in die Wache am Schießstätteweg ein.

07_02.jpgAm Abend zog ein unwetterartiges Gewitter über das Stadtgebiet und brachte reichlich Arbeit für die Amberger Floriansjünger. So galt es mehrere umgestürzte Bäume zu beseitigen und einige abgedeckte Dächer notdürftig wieder einzudecken. Des Weiteren standen etliche Keller unter Wasser. Selbst ein Bushäuschen in der Drahthammerstraße hielt den durchgezogenen Sturmböen nicht stand und wurde umgerissen. In Folge von Stromausfällen liefen aus verschiedenen Gebäuden Feuermeldungen der automatischen Brandmeldeanlagen in der Einsatzleitzentrale auf. Insgesamt mussten über 35 Schadensstellen abgearbeitet werden. Alle vier Stadtteilfeuerwehren wurden in Dienst gerufen und erledigten alle in ihrem Schutzbereich angefallenen Einsätze. Auch an darauffolgenden Tagen meldeten einige Anrufer noch etliche vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume.

Einen rauchenden Kleintransporter in der Jahnstraße meldete dessen Fahrer am 16. Juli gegen 22.16 Uhr. Die angerückte Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs öffnete die Motorhaube und löschte den Schmorbrand mittels Schnellangriffseinrichtung ab. Um ein Wiederaufflammen des Kabelbrandes zu verhindern, wurde die Batterie abgeklemmt und so die Fahrzeugelektrik spannungsfrei geschalten.

Zur Unterstützung der Landkreiswehr Hahnbach bei einer Suche nach einem abgängigen Kind rückte am 19. Juli um 23.14 Uhr der Kommandowagen aus. Bei einer Geburtstagsfeier war ein 6-jähriger Junge verschwunden und blieb trotz intensiver Suche der Festgesellschaft unauffindbar. Daraufhin alarmierten die besorgten Angehörigen die Polizei und diese die Feuerwehr. Im Verlaufe der Suche griffen noch ein Polizei-hubschrauber, die Hundestaffeln des THW und des Roten Kreuzes sowie eine Taucherstaffel der Wasserwacht, da sich auf dem Gelände der Feier ein Weiher befindet, in das Geschehen ein. Um in der Dunkelheit die Suche noch effektiver zu gestalten, forderte die Einsatzleitung eine Wärmebildkamera der Amberger Feuerwehr an. Nach wiederholtem Durchsuchen des Wohnhauses konnte der Junge in eine Tischdecke gewickelt und trotz des Rummels um das Gebäude tief schlafend gefunden werden. Erleichtert konnten die eingesetzten Helfer nach ca. zweistündiger Suche wieder abrücken.

Zu einem gemeldeten Wohnungsbrand verließ am Samstag den 23. Juli um 19.24 Uhr der Stadtlöschzug die Feuerwache am Schießstätteweg. Nach kurzer Erkundung stellte sich heraus, dass der Bewohner einer Erdgeschosswohnung in der Jahnstraße auf einer eingeschalteten Herdplatte eine Jeanshose liegengelassen hatte. Brandrauch machte sich in den Räumlichkeiten breit und drang durch die Wohnungstüre ins Treppenhaus. Ein Trupp unter Atemschutz verschaffte sich kurzerhand durch ein Fenster Zutritt zur Brandwohnung. Das kokelnde Kleidungsstück wurde durch den Atemschutztrupp nach draußen gebracht und die Räume mittels Überdrucklüfter vom Qualm befreit. Nach Verschließen des beschädigten Fensters rückte der Zug wieder von der Einsatzstelle ab. Personen waren bei diesem Einsatz zu keiner Zeit gefährdet, auch der Sachschaden hielt sich in Grenzen.

Während eines stürmischen Sommergewitters lief am 29. Juli gegen 21.42 Uhr eine Feuermeldung einer automatischen Brandmeldeanlage eines Kreditinstituts bei der Einsatzzentrale auf. Die Besatzung des Stadtlöschzuge stellte vor Ort fest, dass der Alarm durch eine Undichtigkeit an der Klimaanlage der Bank ausgelöst wurde. Ein Trupp unter schwerem Atemschutz nahm Messungen in den betroffenen Räumen vor und stellte zusammen mit dem ebenfalls anwesenden Hausmeister fest, dass geringe Mengen Ammoniak ausgetreten waren. Die Einsatzkräfte nahmen daraufhin die Lüftung in Betrieb, um so das Ammoniak-Luft-Gemisch aus dem Gebäude zu befördern. Zeitgleich dazu wurden in regelmäßigen Abständen Messungen vorgenommen. Eine Gefährdung von Anwohnern oder sonstigen Personen war nicht gegeben. Nach ca. anderthalb Stunden verließen die eingesetzten Kräfte die Schadensstelle wieder. Parallel zu diesem Alarm mussten weitere Helfer witterungsbedingte Einsätze im Stadtgebiet abarbeiten, so musste z.B. ein auf den Bahngleisen liegender Baum beseitigt werden.

Am letzten Tag des Monats bat das BRK die Amberger Feuerwehr um Hilfe. Es galt dem Rettungsdienst zu einer Wohnung in der Äußeren Raigeringer Straße Zutritt zu verschaffen. Eine Seniorin war nicht mehr in der Lage, die Türe von innen zu öffnen. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Die Besatzung des Kleinalarmfahrzeugs ging mit Spezialwerkzeug zu Werke und konnte so den Sanitätern Zugang zu den Räumlichkeiten ermöglichen. Nach Versorgung vor Ort kam die Patientin ins Klinikum St. Marien.

Neben den dargestellten Alarmen wurden noch zahlreiche Routineeinsätze wie Ölspuren, Türöffnungen, Brandmeldealarme usw. beantwortet