Feuer in der Wernher-von-Braun-Straße, Evelyn-Glashütte

Am Samstag, den 26. August 2006 um 10:00 Uhr wurde die Einsatzleitzentrale der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Amberg durch die EZ der Polizeidirektion Amberg zu einer Nachsicht ins Industriegebiet Nord alarmiert. In der Evelyn-Glashütte, der übrigens zweitgrößten Handglasmanufaktur Deutschlands, sei vermutlich etwas Glas ausgetreten und dadurch eine leichte Verrauchung festzustellen.

Daraufhin wurden der diensthabende I-Dienst, die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Amberg mit einen Löschgruppenfahrzeug und die zuständige Stadtteilfeuerwehr Amberg-Raigering alarmiert.
Der zuerst am Einsatzort eintreffende I-Dienst ließ nach kurzer Erkundung sofort nachalarmieren. Es stellte sich heraus, dass zumindest die Schlosserei der Glashütte in Vollbrand stand. Die gesamte Produktionshalle war extrem verraucht, der Qualm meterhoch durch sämtliche Öffnungen ins Freie drückte.
Der Zeitgleich eingetroffene Besitzer gab an, dass bis in die Früh Arbeiten in der Firma stattgefunden hätten, es aber auszuschließen sei, dass sich noch Personen im Gebäude befinden.

So standen innerhalb kurzer Zeit der Verstärkte Amberger Löschzug mit KDOW, LF 16/12-1, DLK 23/12, LF 16/12-2, TLF 16/25, die WLF 1 und 2 mit AB Atemschutz und AB Sonderlöschmittel, V-LKW sowie der SW 2000 und die Feuerwehr Raigering mit LF 8/6 und MZF zur Verfügung. Nahezu parallel wurden je ein Trupp unter schwerem Atemschutz im Innenangriff, im Außenangriff über bereits zerplatzende Fenster in die Werkstatt zur Brandbekämpfung, sowie ein Trupp mit Wärmebildkamera im Inneren der Produktionshalle eingesetzt, um Klarheit zu erhalten, ob der Brand auf die Werkstatt begrenzt war.
Nach der Kontrolle von Bürotrakt und angrenzenden Lagerräumen schufen die Einsatzkräfte, Zugangsöffnungen auf allen Seiten der Produktionshalle. Einen Hund, der sich in einem Zwinger aufhielt, der direkt vom Rauch beaufschlagt war, konnten Einsatzkräfte an seine Besitzer übergeben. Nach der Meldung „Feuer aus“ durch den Angriffstrupp konnte unmittelbar mit dem Einsatz zweier bereits positionierter Überdrucklüfter begonnen werden, um die Halle Rauchfrei zu bekommen.
Insgesamt wurden 6 Trupps unter PA eingesetzt, die Atemschutzsammelstelle in Verbindung mit dem AB Atemschutz hat sich wieder einmal mehr bewährt.
Besonderes Anliegen des Besitzers war es, den in der Nacht zuvor neu montierten Glasofen wieder in Gang zu bringen. Die Gaszufuhr wurde zu Beginn des Einsatzes abgeschiebert, die Stromversorgung war Brandbedingt zusammengebrochen. Ein Auskühlen des Ofens hätte allein einen Schaden von 200 000 Euro verursacht. Dieses existenzielle Problem konnte durch die gezielte Überdruckbelüftung und ein Notstromaggregat behoben werden, so dass die Produktion des Betriebes nicht noch zusätzlich gefährdet war.

Sorgfältige Kontrollen mit den Wärmebildkameras stellten während des gesamten Einsatzes sicher, dass keine unliebsamen Überraschungen auftraten. Nach Einsatzende gegen 12:00 Uhr verblieb die Feuerwehr Raigering noch als Brandwache, nach abschließender Nachsicht und das Verschalen der Werkstattfenster durch die Kameraden aus Raigering wurde das Gebäude wieder dem Betreiber überlassen.