Wohnungsbrand Max-Schlosser-Straße, 24.08.08
Nur drei Tage nach dem Wohnungsbrand in der Marienstraße erreicht die Einsatzzentrale am späten Nachmittag des 24.August 2008 erneut über Notruf die Meldung, dass es in einer Wohnung in der Max-Schlosser-Straße brenne.
Umgehend werden um 17.23 Uhr der Löschzug der Feuerwehr Amberg sowie der diensthabende Zugführer alarmiert. Dieser meldet bereits auf der Anfahrt eine starke Rauchentwicklung in dem betreffenden Wohnviertel. Als die ersten Kräfte nur vier Minuten nach der Alarmierung eintreffen, stellt sich folgende Lage dar: Aus einer Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhaus mit zwölf Parteien schlagen Flammen, nur wenige Fenster weiter auf der selben Etage macht eine ältere Frau auf sich aufmerksam, die ihre Wohnung aufgrund der starken Rauchentwicklung nicht mehr verlassen kann. Die übrigen Bewohner des Hauses stehen bereits im Freien und beobachten fassungslos das Geschehen.
Sofort dringt ein Trupp unter Atemschutz mit einem C-Rohr zur Brandbekämpfung vor. Zeitgleich macht sich ein zweiter Trupp auf den Weg, um die anliegenden Wohnungen zu kontrollieren. Auf der Etage befinden sich neben der Brandwohnung noch zwei weitere Wohneinheiten. Aus diesen retten die mittlerweile drei Trupps unter Atemschutz einen bettlägerigen Mann, der von dem Geschehen bis zu diesem Zeitpunkt nichts bemerkt hatte, sowie die ältere Frau, die bereits am Fenster auf sich aufmerksam gemacht hat. Sie hat sich in ihr Wohnzimmer zurückgezogen, ihre Wohnung ist komplett verraucht. Beide Bewohner werden mit Fluchthauben ins Freie verbracht. Anschließend geht ein Trupp in das darüber liegende Dachgeschoss vor. Da anfangs nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich dort weitere Wohnräume und somit Personen befinden, verschafft sich der Trupp im dichten Rauch gewaltsam Zutritt zu einer verschlossenen Tür. Der Verdacht bestätigt sich glücklicherweise nicht, lediglich Lagerräume sind im Dachboden untergebracht.
Der Bewohner der Brandwohnung hat seine Räumlichkeiten noch kurz vor Eintreffen der Feuerwehr selbstständig verlassen und muss vom Rettungsdienst aufgrund erlittener Rauchgasinhalation medizinisch versorgt werden.
Parallel zum Innenangriff werden die Flammen von außen mit einem C-Rohr bekämpft, da sie auf den Dachstuhl überzugreifen drohen. Dieser wurde im weiteren Verlauf auch von Innen mit Hilfe einer Wärmebildkamera kontrolliert. Die Betondecke zwischen Brandwohnung und Dachgeschoss verhinderte ein Übergreifen des Feuers auf das Dachgebälk. Hätte man hier wie in vielen anderen solcher Gebäude dieser Zeit eine Fehlbodenkonstruktion eingesetzt, wäre das Ausmaß des Brandes wohl in kurzer Zeit enorm gewesen.
Gegen 17.45 Uhr schließlich ist das Feuer in der Wohnung, das von der Küche ausging, dank des massiven Löschangriffs unter Kontrolle. Offene Türen und hohe Brandlasten begünstigten eine schnelle Ausbreitung des Feuers in der gesamten Wohnung, sodass umfangreiche Nachlöscharbeiten nötig sind. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera werden Glut- und Hitzenester aufgespürt, an die man teilweise nur durch Öffnen der Zimmerdecken mittels Feuerwehräxten herankommt.
Nach Abschluss der Nachlöscharbeiten und Aufräumarbeiten verlässt der Löschzug um 18.50 Uhr schließlich die Einsatzstelle.
Um 20 Uhr rückt noch einmal eine Mannschaft mit einem Löschgruppenfahrzeug aus, um die Wohnung nochmals auf eventuelle Glutnester zu kontrollieren. Die Kontrolle bestätigt jedoch den Löscherfolg, sodass der Einsatz dann gegen 20.30 Uhr beendet werden kann.
Der entstandene Sachschaden beträgt rund 150.000 €, die Brandursache wird von der Polizei ermittelt.
Zahlen und Fakten zum Einsatz
| Alarmzeit / Einsatzende | 17.23 Uhr / 18.57 Uhr |
| Mannschaft | 29 Mann, davon 6 unter Atemschutz |
| Fahrzeuge | 2 Kommandowagen, 2 Löschgruppenfahrzeuge, Drehleiter 23/12, Kleinalarmfahrzeug, V-LKW |
| Eingesetztes Gerät | 3 C-Rohre, 6 C-Schläuche, 3 B-Schläuche, 2 Wärmebildkameras, Sperrwerkzeug, Steckleiter, Feuerwehräxte, diverses Klein- sowie Absperrmaterial |
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