Einsatzbilanz Silvesternacht 2008/09
Unachtsamkeit im Gebrauch mit Feuerwerksartikeln bzw. verirrte Feuerwerksraketen machen bekanntlich nicht selten den Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten nötig. So waren auch in diesem Jahr die Amberger Rettungsdienste während des Jahreswechsels im Dauereinsatz.
Um 23.52 Uhr wurde der Stadtlöschzug mit dem Stichwort „Rauch aus Wohnung“ in die Innenstadt alarmiert. Die Anfahrt zum Objekt gestaltete sich aufgrund der Lage und der Tatsache, dass sich der Bereich am und um den Marktplatz zu dieser Zeit mit besonders vielen Menschen füllte, relativ schwierig. Die meisten Feierfreudigen jedoch erkannten den Ernst der Lage und machten den Fahrzeugen des Löschzuges freie Bahn. Vor Ort konnte glücklicherweise rasch Entwarnung gegeben werden: Auf einem Balkon hatte eine verirrte Silvesterrakete diverses Mobiliar in Brand gesetzt. Die Bewohner konnten es noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschen, sodass die Einsatzkräfte lediglich das Brandgut räumen und kleinere Nachlöscharbeiten leisten mussten.
Dank des raschen Eingreifens der Bewohner konnte die Mannschaft schnell zum nächsten Einsatz abrücken.
Bereits um 0.07 Uhr nämlich hieß es erneut Vollalarm für die Feuerwache am Schießstätteweg und somit Einsatz für den zweiten Löschzug. Mehrere Anrufer meldeten im Bereich Malteserleite / Fuggerstraße eine starke Rauchentwicklung, außerdem war die Brandmeldeanlage eines dort ansässigen Fachmarktes für Elektronikartikel aufgelaufen. Da zunächst nicht klar, ob es sich hier um eine oder zwei Einsatzstellen handelte, wurde ebenfalls die Stadtteilwehr Karmensölden alarmiert.
Vom ersten Fahrzeug, das bereits um 0.10 Uhr an der Einsatzstelle eintraf, wurde dann folgende Lagemeldung abgegeben: Die starke Rauchentwicklung war auf ein Feuer in einem dem Fachmarkt zugehörigen Anbau zurückzuführen. In diesem waren alte Elektrogeräte gelagert.
Während hier erste Löschmaßnahmen durchgeführt wurden, setzte man die Erkundung im Inneren des Marktes fort.
Die Verkaufs- und Lagerräume waren komplett verraucht. Zwei Hochdrucklüfter wurden eingesetzt, um das Gebäude zu entrauchen. Parallel musste in den Lagerräumen eine Wand geöffnet werden, um die Löscharbeiten erfolgreich abschließen zu können.
Die Entrauchung zog sich aufgrund der Größe des Objektes noch in die Länge, sodass die Einsatzstelle erst gegen 2 Uhr dem Betreiber übergeben werden und die letzten Fahrzeuge abrücken konnten.
Damit war jedoch noch keine Ruhe eingekehrt. Die Einsatzbereitschaft war gerade wieder hergestellt, als um 3.13 Uhr erneut der Alarmgong ertönte. „Nachsicht in der Holbeinstraße“ lautetet jetzt die Meldung, und so setzte sich das erste Löschgruppenfahrzeug zusammen mit dem diensthabenden Zugführer in Bewegung. Am Einsatzort fand man ein Reihenhaus, dessen Dachboden verraucht war. Der Rauch quoll ebenfalls bereits aus dem Dach, offenes Feuer war nicht zu erkennen.
Ein Trupp unter Atemschutz ging zur Kontrolle in den Dachboden vor, während ein anderer Teil der Mannschaft das Dach von außen mittels Steckleiter kontrollierte. Im Inneren fand man am First auf etwa einen Meter Länge stark verkohltes Dachgebälk, das vermutlich von einer verirrten Rakete in Brand gesteckt worden war. Dank der Löschversuche des Hausbewohners konnte der Schaden sehr begrenzt werden. Die Mannschaft entfernte Verkleidungs- und Isoliermaterial um die Schadensstelle und kontrollierte den gesamten Dachstuhl mit einer Wärmebildkamera. Zur Sicherheit wurden verbrannte Gegenstände (vermutlich durch herabfallendes Material entzündeten sich auf dem Boden liegende Baumaterialien und Mobiliar) ins Freie verbracht.
Um 4 Uhr dann war auch dieser Einsatz beendet und die Mannschaft konnte die wohlverdiente Nachtruhe antreten.
Zahlen und Fakten zur Silvesternacht
Alarmzeit erster Einsatz / Ende letzter Einsatz 23.52 Uhr / 04.02 Uhr
Mannschaft 38 Mann
Fahrzeuge 3 Löschgruppenfahrzeuge, 2 Kommandowagen, Tanklöschfahrzeug, Drehleiter 23/12, V-LKW, Kleinlöschfahrzeug
Eingesetztes Gerät 2 C-Rohre, 7 C-Schläuche, 1 B-Schlauch, 8 Pressluftatmer, 2 Wärmebildkameras, Steckleiter, Mulden, Einreisshaken, Beleuchtungsgerät, Kleinlöschgeräte
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