Feuer Dr.-Filchner-Strasse
Ein weiteres Großfeuer innerhalb von 10 Tagen musste die Amberger Feuerwehr in den Morgenstunden des Silvestertages bekämpfen. Gegen 7 Uhr gingen in der Einsatzzentrale der Feuerwehr mehrere Anrufe von Anwohnern über ein Feuer in einem Anwesen in der Dr.-Filchner-Strasse ein. Als wenige Minuten später die ersten Kräfte der Feuerwehr an der Einsatzstelle eintrafen, bot sich folgendes Bild ...
Im Dachgeschoß stand an einem Fenster, aus dem dichter Rauch quoll, eine Bewohnerin mit einem Hund auf dem Arm und rief um Hilfe. Zur Rettung der Frau ging sofort die Drehleiter an der Vorderseite des Gebäudes in Stellung. An der Rückseite des Wohnhauses, in dem auch eine Massagepraxis untergebracht ist, stand der etwa 10 x 10 Meter große, zweigeschossige Anbau, der komplett aus Holz mit Glasfensterfronten gebaut war, bereits in Vollbrand. In diesem Anbau befindet sich ebenerdig ein Schwimmbad, im Obergeschoß ein Wintergarten. Das Feuer hatte offensichtlich bereits längere Zeit unentdeckt gewütet und fand in der Holzbauweise reichlich Nahrung. Es griff auch bereits auf das Dach eines weiteren eingeschossigen, etwa 12 x 5 Meter großen Anbaues über, in dem sich der Saunabereich befand.
Trotz eines massiven Einsatzes der Feuerwehr, größtenteils unter schwerem Atemschutz, dauerte es auf Grund des fortgeschrittenen Ausmaßes des Brandes und der enormen Hitzeentwicklung über eine Stunde, bis das Feuer unter Kontrolle war. Zu dieser Zeit war die Feuerwehr Amberg unter Einsatzleitung von Stadtbrandrat Bernhard Strobl und Hauptlöschmeister Heinrich Scharf mit insgesamt 41 Kräften und 8 Fahrzeugen im Einsatz, tatkräftig unterstützt von 18 Mann der Stadtteilfeuerwehr Raigering mit 2 Fahrzeugen. Eingesetzt waren insgesamt 9 C-Rohre im Innen- und Außenangriff sowie über 50 Atemschutzgeräte. Als überaus schwierig und langandauernd erwiesen sich die Nachlöscharbeiten. Immer wieder flackerte an mehreren Stellen das Feuer wieder auf, immer wieder fanden die Feuerwehrleute in den Holzdecken und Wandverkleidungen, in der Holzkostruktion und dem Gebälk unter dem Blechdach neue Glutnester. Als hilfreich bei diesen Arbeiten hat sich wieder einmal der Einsatz der Wärmebildkamera gezeigt. Bis kurz vor 15 Uhr zogen sich die Löscharbeiten hin. Unterstützt wurden dabei die mittlerweile erschöpften und durchnässten Einsatzkräfte durch 25 Mann der Stadtteilfeuerwehren Gailoh und Karmensölden. In der Folge kontrollierte dann die Feuerwehr in regelmäßigen Abständen bis in die Silvesternacht hinein die Brandstelle.
Die bauliche Substanz des Wohnhauses konnte durch den Einsatz der Feuerwehr erhalten werden, Einrichtung und Mobiliar der Praxis wurde durch die starke Hitze und Rauchentwicklung jedoch in Form von Russchäden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Nicht mehr zu Retten war der komplette Holzanbau mit dem Wintergarten sowie der Dachbereich des Anbaues des Saunabereiches. Die Feuerwehr rät in diesem Zusammenhang wieder dringend zu einer Anbringung von batteriebetriebenen Rauchmeldern auch in privaten Wohnhäusern. Gerade in diesem Fall wäre die Bewohnerin wesentlich früher auf den Brand aufmerksam geworden, hätte sich vermutlich noch selbst in Sicherheit bringen und die Feuerwehr verständigen können.

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