Verkehrsunfall B 85, 02.11.11
Autor: Christoph Tresch, Ofm
Nachdem es während des dreispurigen Ausbaus der B85 zwischen Amberg und Schäflohe auf der engen Ausweichstrecke zu keinen schwereren Zwischenfällen gekommen war, forderte nun das neue Teilstück sein erstes Opfer. Gegen 19:20 Uhr wurde der Rüstzug der Feuerwehr Amberg zusammen mit der Stadtteilwehr Amberg-Karmensölden mit der Meldung „Schwerer Verkehrsunfall, mehrere Personen eingeklemmt!" alarmiert.
Der sich auf Übungsfahrt befindliche Rüstwagen erreichte die Unfallstelle nur wenige Minuten nach der Alarmierung und bestätigte nachrückenden Kräften die Lage. Nach dem Frontalzusammenstoß zweier PKW lag ein BMW der Fünferreihe auf dem Dach, dessen Fahrer befand sich noch im Fahrzeug. Im zweiten Fahrzeug der Marke Peugeot waren Fahrer und Beifahrerin ebenfalls eingeklemmt, der Fahrer schwerst verletzt, die Beifahrerin hatte den Aufprall nicht überlebt und war bei Eintreffen der Rettungskräfte bereits tot. Nach der ersten Sichtung und Versorgung der Patienten durch die Feuerwehr und den Rettungsdienst begann man mit der Rettung der beiden eingeklemmten Fahrer.
Die Besatzung des ersten Löschgruppenfahrzeuges musste die Türen des BMW entfernen, um den Patienten mittels Schaufeltrage aus dem Wrack retten zu können. Anschließend unterstützten sie die Besatzung des Rüstwagens bzw. des zweiten Löschgruppenfahrzeuges bei der Rettung des Peugeot-Fahrers. Hier mussten das Dach entfernt und der Vorderbau des PKW abgekippt werden, da beide Insassen mit den Beinen schwerst eingeklemmt waren. Im Einsatz waren zwei hydraulische Rettungssätze der Feuerwehr Amberg.
Während der Rettungsmaßnahmen musste eine Augenzeugin des Unfalls von der Notfallseelsorge betreut werden. Die Feuerwehr Rosenberg wurde nachalarmiert, um die Absicherung der Unfallstelle aus Richtung Sulzbach zu übernehmen. In der anderen Richtung sperrte das Kleinalarmfahrzeug der Feuerwehr Amberg die Speckmannshofer Kreuzung für den Verkehr in Richtung Sulzbach.
Unterdessen hatte der Fahrer des BMW geäußert, dass sich zum Unfallzeitpunkt seine Frau mit im Fahrzeug befunden hätte. Da es aufgrund des Unfallhergangs nicht unwahrscheinlich war, dass diese aus dem PKW herausgeschleudert worden war oder sich aufgrund eines Schockzustands von der Unfallstelle entfernt hatte, suchten daraufhin sämtliche verfügbaren Kräfte von Feuerwehr und Polizei die Umgebung ab. Durch weitere Recherche der Polizei stellte sich schließlich jedoch glücklicherweise heraus, dass die Frau nicht am Unfall beteiligt und zuhause war.
Wie bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge üblich, nahm vor Ort noch die Unfallanalyse ihre Arbeit auf. Erst nach Abschluss der Aufnahme konnte auch die tote Beifahrerin aus dem Fahrzeug befreit werden. Wie die Ursachenforschung ergab, war der Fahrer des BMW nach einem Überholvorgang auf das Bankett geraten und hatte daraufhin die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Fahrzeug geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dabei zunächst mit der Leitplanke, bevor es frontal mit dem entgegenkommenden Peugeot zusammenstieß und sich durch die Wucht des Aufpralls schließlich überschlug. Die beiden Unfallfahrzeuge waren nur wenige Meter voneinander entfernt zum Stehen bzw. Liegen gekommen.
Drei Stunden nach der Alarmierung konnten dann die ersten Kräfte abrücken. Der Rüstwagen blieb noch vor Ort, um die Unfallstelle während der Reinigungsarbeiten auszuleuchten, die letzten Fahrzeuge rückten erst nach Mitternacht von der Einsatzstelle ab. Im Einsatz waren rund 30 Mann der Feuerwehren aus Amberg inklusive Feuerwehrarzt mit sechs Fahrzeugen sowie die Feuerwehr Rosenberg mit zwei Fahrzeugen und dem Verkehrssicherungsanhänger. Der Rettungsdienst war mit sechs Fahrzeugen und zwei Notärzten vor Ort, außerdem mehrere Streifenwägen der Polizei.
| < Zurück | Weiter > |
|---|
