Offener Dachstuhlbrand Egerer Straße 3
Am späten Abend des 01.04. brach im Badezimmer eines Einfamilienhauses in der Egerer Straße ein Feuer aus,das unerwartete Ausmaße annahm. Um 21:15 Uhr ging über 112 der erste Hilferuf in der Einsatzleitzentrale (ELZ) der Amberger Feuerwehr ein. Die 22jährige Tochter der Mieterin teilte mit, im Badezimmer im 1. OG des Gebäudes sei ein Feuer ausgebrochen, welches sich schon durch die Türe in den Flur ausbreitete. Kurz vor dem Absetzen des Notrufes hatte sie bereits ihren Bruder sowie ihre Eltern gewarnt, die das Haus umgehend verließen. Der Diensthabende in der ELZ alarmierte deshalb auf das Stichwort "Zimmerbrand" und löste Wachalarm aus. Auf Funkweckeralarmierung wurde zu diesem Zeitpunkt verzichtet, da sich einer der drei Züge der Amberger Wehr zur Ausbildung auf der Wache befand.
Entstehung, Alarmierung, Einsatzablauf:
Um 21. 16 Uhr rückte der Stadtlöschzug (bestehend aus Kdow, zwei LF16/12 und DLK 23/12) zum Einsatzort aus. Schon bei der Anfahrt war ein Feuerschein über dem Wohnviertel zu sehen, was auf Schlimmes schließen ließ. Vier Minuten später, also gegen 21.20 Uhr, meldete der Löschzug "Parkplatz".
Der Brand hat sich bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte zu einem offenen Dachstuhlbrand entwickelt, das darunter liegende 1.OG stand ebenfalls im Vollbrand. Aus allen Fenstern dieses Stockwerks schlugen Flammen. Vom Gebäude fielen Teile der Dacheindeckung, die aus Eternit-Platten bestand. Der Einsatzleiter informierte um 21.20 Uhr die Einsatzzentrale über die vorgefundene Lage und forderte weitere Kräfte an. Daraufhin löste der Disponent um 21.23 Uhr die beiden Wechselschleifen der Amberger Feuerwehr aus, welche bei Feuer üblicherweise alarmiert werden.
In der Zeit kurz vor dem Eintreffen des Löschzuges bis zur Ergreifung der ersten Maßnahmen gingen etliche Notrufe von besorgten Anwohnern in der Einsatzzentrale ein, die auf großen Feuerschein und bereits auf einen ausgedehnten Dachstuhlbrand hinwiesen. Durch die Entgegennahme der Anrufe verzögerte sich die Nachalarmierung kurzzeitig.
Der Fahrzeugführer des ersten Löschgruppenfahrzeugs (LF1) beorderte einen Trupp unter Atemschutz mit einem C-Rohr zur Brandbekämpfung in das Haus, zwei weitere C-Rohre wurden von außen vorgenommen.
Ein viertes C-Rohr befahl der Einsatzleiter über die Drehleiter vorzubereiten, welches im Laufe der Löscharbeiten auch zum Einsatz kam. Der Angriffstrupp des zweiten Löschgruppenfahrzeugs (LF2) rüstete sich ebenfalls mit einem C-Rohr aus und ging unter Atemschutz zur Unterstützung des ersten Trupps in das brennende Gebäude vor. Die Speisung des LF1 und der Drehleiter mit Löschwasser erfolgte durch das LF2 von einem Unterflurhydranten mittels Standrohr. Ein über dem Hydranten parkender Anwohner fuhr seinen Wagen beiseite, um den Einsatzkräften Zugang zu verschaffen. Die Besatzung des LF1 errichtete eine zusätzliche B-Leitung zu einem in etwa 120m Entfernung stehenden Oberflurhydranten. Die ergriffenen Maßnahmen konnten in einer zweiten Lagemeldung um 21.26 Uhr der Einsatzzentrale mitgeteilt werden. Zur selben Zeit verließen die DLK 18/12 und das TLF 16/25 die Feuerwache.
Die beiden Angriffstrupps arbeiteten sich vorsichtig über die Holztreppe in das Obergeschoß vor. Selbst die massive Holztreppe hatte schon Feuer gefangen. Durch den gezielten Einsatz der fünf C-Rohre wurde die Ausbreitung auf das Erdgeschoß verhindert, auch war dort kaum ein Wasserschaden entstanden. In den Räumlichkeiten im Erdgeschoß war nur geringer bis gar kein Brandgeruch wahrnehmbar, was der geöffneten Dachhaut zuzuschreiben war, die das Abziehen des Brandrauches ermöglichte. Die aus Sperrholzplatten gefertigten Wände brannten bereits vollständig, als die Atemschutztrupps in das 1.OG vorgingen. Die Dämmung bestand aus Styropor und Glaswolle, die ebenfalls Feuer gefangen hatte. Von außen war das aus Fertigteilen bestehende Holzhaus mit Eternit-Schindeln verkleidet, wodurch die Bauweise nicht erkennbar war.
Die Besatzung des nachgerückten Tanklöschfahrzeugs kam als Atemschutz- und Rettungstrupp zum Einsatz, die zweite Drehleiter musste nicht mehr eingesetzt werden. Um 21.41 Uhr wurde "Feuer aus" gemeldet. Mittels Wärmebildkamera suchten die Einsatzkräfte nach Glutnestern und räumten die Zimmer teilweise aus, so dass die sich die Nachlöscharbeiten bis ca. 22.30 Uhr hinzogen. Die Brandfahnder der PD Amberg verschafften sich noch während der Lösch-maßnahmen einen groben Überblick über die Brandentstehung und -ausbreitung. Nach Abschluß der Aufräumarbeiten rückte der Löschzug um 23.02 Uhr von der Einsatzstelle ab und um 23.08 Uhr in die Wache am Schießstätteweg ein. Gegen 0.20 Uhr fuhr ein Löschgruppenfahrzeug zu einer Nachsicht und kontrollierte wiederholt die Räumlichkeiten mit der Wärmebildkamera.
Zur Einsatzstelle waren neben Feuerwehr auch BRK und Polizei ausgerückt und standen zur Verletztenversorgung bzw. zur Verkehrsabsicherung und -umleitung bereit. Insgesamt setzte die Amberger Feuerwehr sieben Fahrzeuge (Kdow, 2 LF, 2 DLK, TLF, V-Lkw), 32 Einsatzkräfte vor Ort und 14 Mann in Bereitschaft auf der Wache, fünf C-Rohre, neun C-Schläuche, 13 B-Schläuche und neun Preßluftatmer ein. Da sich das Brandobjekt in einem reinen Wohngebiet befand, waren auch sehr viele Schaulustige zugegen, die die Löscharbeiten verfolgten.
Brandverlauf, Vermutungen, Erkenntnisse
Die Holz- und Fertigbauweise führte sicherlich zu diesem rasanten Brandverlauf. Als die Tochter das Feuer entdeckte, beschränkte sich dieses noch auf das Badezimmer, was aber bereits in Vollbrand stand. Die aus dünnen Spannplatten gefertigten Türen boten den Flammen keinen großen Widerstand, dafür aber durchaus reichlich Nahrung, sämtliche Türen in der oberen Hälfte waren völlig durchgebrannt. Die Hitze muß enorm gewesen sein, da selbst am Boden stehende Bildschirme und Gegenstände aus Kunststoff geschmolzen bzw. verformt waren. Die Bettdecken und Kissen wiesen Verfärbungen ähnlich derer von beflammten Nomex-Schutzbekleidungen auf, ein am Treppenansatz im Erdgeschoß angebrachtes Telefon war zusammengeschmolzen und nur mehr schwer als solches erkennbar.
Um 21. 16 Uhr rückte der Stadtlöschzug (bestehend aus Kdow, zwei LF16/12 und DLK 23/12) zum Einsatzort aus. Schon bei der Anfahrt war ein Feuerschein über dem Wohnviertel zu sehen, was auf Schlimmes schließen ließ. Vier Minuten später, also gegen 21.20 Uhr, meldete der Löschzug "Parkplatz".Der Brand hat sich bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte zu einem offenen Dachstuhlbrand entwickelt, das darunter liegende 1.OG stand ebenfalls im Vollbrand. Aus allen Fenstern dieses Stockwerks schlugen Flammen. Vom Gebäude fielen Teile der Dacheindeckung, die aus Eternit-Platten bestand. Der Einsatzleiter informierte um 21.20 Uhr die Einsatzzentrale über die vorgefundene Lage und forderte weitere Kräfte an. Daraufhin löste der Disponent um 21.23 Uhr die beiden Wechselschleifen der Amberger Feuerwehr aus, welche bei Feuer üblicherweise alarmiert werden.
In der Zeit kurz vor dem Eintreffen des Löschzuges bis zur Ergreifung der ersten Maßnahmen gingen etliche Notrufe von besorgten Anwohnern in der Einsatzzentrale ein, die auf großen Feuerschein und bereits auf einen ausgedehnten Dachstuhlbrand hinwiesen. Durch die Entgegennahme der Anrufe verzögerte sich die Nachalarmierung kurzzeitig. Der Fahrzeugführer des ersten Löschgruppenfahrzeugs (LF1) beorderte einen Trupp unter Atemschutz mit einem C-Rohr zur Brandbekämpfung in das Haus, zwei weitere C-Rohre wurden von außen vorgenommen.
Ein viertes C-Rohr befahl der Einsatzleiter über die Drehleiter vorzubereiten, welches im Laufe der Löscharbeiten auch zum Einsatz kam. Der Angriffstrupp des zweiten Löschgruppenfahrzeugs (LF2) rüstete sich ebenfalls mit einem C-Rohr aus und ging unter Atemschutz zur Unterstützung des ersten Trupps in das brennende Gebäude vor. Die Speisung des LF1 und der Drehleiter mit Löschwasser erfolgte durch das LF2 von einem Unterflurhydranten mittels Standrohr. Ein über dem Hydranten parkender Anwohner fuhr seinen Wagen beiseite, um den Einsatzkräften Zugang zu verschaffen. Die Besatzung des LF1 errichtete eine zusätzliche B-Leitung zu einem in etwa 120m Entfernung stehenden Oberflurhydranten. Die ergriffenen Maßnahmen konnten in einer zweiten Lagemeldung um 21.26 Uhr der Einsatzzentrale mitgeteilt werden. Zur selben Zeit verließen die DLK 18/12 und das TLF 16/25 die Feuerwache.
Die beiden Angriffstrupps arbeiteten sich vorsichtig über die Holztreppe in das Obergeschoß vor. Selbst die massive Holztreppe hatte schon Feuer gefangen. Durch den gezielten Einsatz der fünf C-Rohre wurde die Ausbreitung auf das Erdgeschoß verhindert, auch war dort kaum ein Wasserschaden entstanden. In den Räumlichkeiten im Erdgeschoß war nur geringer bis gar kein Brandgeruch wahrnehmbar, was der geöffneten Dachhaut zuzuschreiben war, die das Abziehen des Brandrauches ermöglichte. Die aus Sperrholzplatten gefertigten Wände brannten bereits vollständig, als die Atemschutztrupps in das 1.OG vorgingen. Die Dämmung bestand aus Styropor und Glaswolle, die ebenfalls Feuer gefangen hatte. Von außen war das aus Fertigteilen bestehende Holzhaus mit Eternit-Schindeln verkleidet, wodurch die Bauweise nicht erkennbar war. Die Besatzung des nachgerückten Tanklöschfahrzeugs kam als Atemschutz- und Rettungstrupp zum Einsatz, die zweite Drehleiter musste nicht mehr eingesetzt werden. Um 21.41 Uhr wurde "Feuer aus" gemeldet. Mittels Wärmebildkamera suchten die Einsatzkräfte nach Glutnestern und räumten die Zimmer teilweise aus, so dass die sich die Nachlöscharbeiten bis ca. 22.30 Uhr hinzogen. Die Brandfahnder der PD Amberg verschafften sich noch während der Lösch-maßnahmen einen groben Überblick über die Brandentstehung und -ausbreitung. Nach Abschluß der Aufräumarbeiten rückte der Löschzug um 23.02 Uhr von der Einsatzstelle ab und um 23.08 Uhr in die Wache am Schießstätteweg ein. Gegen 0.20 Uhr fuhr ein Löschgruppenfahrzeug zu einer Nachsicht und kontrollierte wiederholt die Räumlichkeiten mit der Wärmebildkamera.
Zur Einsatzstelle waren neben Feuerwehr auch BRK und Polizei ausgerückt und standen zur Verletztenversorgung bzw. zur Verkehrsabsicherung und -umleitung bereit. Insgesamt setzte die Amberger Feuerwehr sieben Fahrzeuge (Kdow, 2 LF, 2 DLK, TLF, V-Lkw), 32 Einsatzkräfte vor Ort und 14 Mann in Bereitschaft auf der Wache, fünf C-Rohre, neun C-Schläuche, 13 B-Schläuche und neun Preßluftatmer ein. Da sich das Brandobjekt in einem reinen Wohngebiet befand, waren auch sehr viele Schaulustige zugegen, die die Löscharbeiten verfolgten.Brandverlauf, Vermutungen, Erkenntnisse
Die Holz- und Fertigbauweise führte sicherlich zu diesem rasanten Brandverlauf. Als die Tochter das Feuer entdeckte, beschränkte sich dieses noch auf das Badezimmer, was aber bereits in Vollbrand stand. Die aus dünnen Spannplatten gefertigten Türen boten den Flammen keinen großen Widerstand, dafür aber durchaus reichlich Nahrung, sämtliche Türen in der oberen Hälfte waren völlig durchgebrannt. Die Hitze muß enorm gewesen sein, da selbst am Boden stehende Bildschirme und Gegenstände aus Kunststoff geschmolzen bzw. verformt waren. Die Bettdecken und Kissen wiesen Verfärbungen ähnlich derer von beflammten Nomex-Schutzbekleidungen auf, ein am Treppenansatz im Erdgeschoß angebrachtes Telefon war zusammengeschmolzen und nur mehr schwer als solches erkennbar.
An der schwächsten Stelle der Decke, die Klapptreppe zum Dachboden, fraßen sich die Flammen in den Dachboden vor und durchschlugen die Dachhaut. Da der Dachraum völlig leer war, fand das Feuer nur Nahrung in den Dachsparren. In der zur Straße zeigenden Giebelseite schlugen die Flammen sogar durch die Außenwand. Die kurze Zeitspanne, in der sich das Feuer vom Bad auf die gesamte Etage ausbreitete, gibt zu denken. Eventuell haben sich Pyrolysegase aus den Sperrholzplatten und dem Styropor in den Räumen gesammelt, welche mit einem Schlag durchzündeten. Die gleichmäßigen Brandspuren in allen Zimmern – mit Ausnahme des Badezimmers – stützt diese Vermutung. Über die Brandursache ist bisher nichts bekannt. Die Brandfahnder sind mit der Spurensicherung und -auswertung beschäftigt. Laut vorsichtigen Schätzungen entstand ein Schaden von 200.000 €
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