Einsatzreicher Tag mit Gefahrstoffaustritt, 10. April 2017

Sonnenschein bei über 20 Grad konnte man an diesem Frühlingsmontag in Amberg genießen. Die Feuerwehr aber hatte im Tagesverlauf gut zu tun. Sechs Einsätze, darunter ein spektakulärer Verkehrsunfall im Stadtgebiet und ein Gefahrstoffaustritt, mussten bis zum Abend abgearbeitet werden.

Schon am Morgen begann eine Einsatzfolge für die Feuerwehr Amberg, die den ganzen Tag über anhalten sollte. Um 8:22 Uhr wurde der durch die ILS der Rüstzug mit dem Schlagwort "VU eingeklemmte Person" in die Marienstraße alarmiert. Die Einsatzkräfte fanden trotz der hier nur geringen möglichen Geschwindigkeit einen auf dem Dach liegenden PKW sowie ein zweites gering beschädigtes Fahrzeug vor. In den Unfallfahrzeugen war keine Person mehr eingeklemmt, sodass sich die Maßnahmen der Feuerwehr auf die Absicherung der Unfallstelle und die Reinigung der Fahrbahn beschränkte. Um 9:45 Uhr rückten die letzten Fahrzeuge ab.

Nachmittags forderte die Feuerwehr Kümmersbruck den AB Tank der Feuerwehr Amberg zur Unterstützung bei einem Waldbrand an der B85 nach. Das WLF 3 rückte aus, mit den gut 5000 l Wasser konnten die Löschmaßnahmen erfolgreich beendet werden. Dennoch dauerte auch dieser Einsatz knapp zwei Stunden.

Schon kurz nach 17 Uhr dann folgte Alarm für den Stadtlöschzug zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage im Gewerbegebiet West. Zwar hatten Mitarbeiter und Kundschaft den Baumarkt ordnungsgemäß verlassen, allerdings ergab die Erkundung im Markt keinen Befund - Fehlalarm. Auf der Rückfahrt von diesem Einsatz wurde der TGM zu einer Personenrettung abgezogen. In der Steinhauserstraße musste ein Patient nach Versorgung durch den Rettungsdienst aus einem Mehrfamilienhaus zu Boden gebracht werden.

Einsatz Nummer 5 an diesem Tag sollte dann der arbeitsreichste werden. Um 19:13 Uhr informierten Verantwortliche eines Betriebs im Industriegebiet Süd die ILS über den Austritt größerer Mengen eines Lösungsmittels. Für die Feuerwehr Amberg erfolgte Alarm mit dem Schlagwort "Gefahrstoffaustritt". Während ein Kdow mit Führungskraft umgehend zur Erkundung ausrückte, sammelten sich die alarmierten Kräfte zur Einteilung der Mannschaft auf den Löschzug Gefahrgut. HLF, LF16/12, TLF 16/25, GWG und der ELW2 rückten daraufhin zur Einsatzstelle aus. Ergänzt wurde der Zug in der Folge durch ein WLF mit dem AB Atemschutz sowie dem V-LKW.

Fachkundige Unterstützung erhielt man vor Ort durch die Betriebsfeuerwehr. Parallel zur ersten Erkundung im Gebäude wurden der Brandschutz, die Geräteausgabe sowie die Dekontaminationsvorbereitungen organisiert. Bei dem ausgetretenen Gefahrstoff handelte es sich um Tetrachlorethylen. Schnell recherchierte man die Gefahren und Hinweis zum Umgang mit dem Stoff. Dies ergab, dass schwerer Körperschutz nicht erforderlich war und die Arbeiten unter schwerem Atemschutz ausgeführt werden konnten. Aufgrund der Leckage eines Tanks mussten nämlich mehrere Hundert Liter der sogenannten Dowper-Lösung aus einer werkseitig bereits vorhandenen Auffangwanne umgepumpt werden. Man entschied sich für dein Einsatz einer sogenannten Handmembranpumpe, um das flüssige Tetrachlorethylen, das in der betroffenen Maschine zu Reinigung von Metallteilen eingesetzt wird, in ein Auffangbehältnis der Feuerwehr umzupumpen. Drei Trupps unter schwerem Atemschutz waren hierzu im Einsatz, der insgesamt rund drei Stunden dauerte. Eine weitere Ausbreitung des Gefahrguts konnte verhindert werden. Die Halle wurde mittels mehrerer Hochleistungslüfter während der Arbeiten belüftet.
Rückbau und organisatorische Nachbereitung des Einsatzes auf der Feuerwache nahmen zusätzlich nochmals einige Zeit in Anspruch. Die Einsatzkleidung aller im Gefahrenbereich eingesetzten Kräfte wurde sicherheitshalber getauscht und der Reinigung zugeführt. 

Die ersten zurückgekehrten Kräfte mussten noch während der Aufräumarbeiten zu einem Folgeeinsatz ausrücken. Das Klaf wurde zu einer dringenden Türöffnung in den Turnerweg alarmiert. Die Bewohnerin, die einen Hausnotruf ausgelöst hatte, konnte jedoch wohlauf in ihrem Anwesen angetroffen werden.

Nach einer abschließenden Besprechung der eingesetzten Mannschaft konnte diese dann spät am Abend den einsatzreichen Tag bei einer gemeinsamen Brotzeit in der Feuerwache beenden.