Am Samstag, den 25. April 2026, beteiligten sich Einsatzkräfte der Feuerwehr der Stadt Amberg gemeinsam mit den Feuerwehren aus dem Landkreis Neumarkt an einer groß angelegten Gefahrgutübung in Gebertshofen bei Lauterhofen. Den ganzen Vormittag über trainierten rund 55 Einsatzkräfte verschiedener landkreisübergreifender Wehren, darunter auch 22 Kräfte aus Amberg, Karmensölden und Raigering, den Umgang mit einem komplexen Gefahrstoffszenario.
Ausgangspunkt der Übung war ein simulierter Betriebsunfall, bei dem ein Gabelstapler beziehungsweise Lader einen 20.000 Liter fassenden Tank beschädigte. Infolge dessen traten größere Mengen eines Gefahrstoffs aus. Zusätzlich wurden zwei sogenannte IBC-Behälter ebenfalls beschädigt, aus denen weitere Flüssigkeiten austraten. Im Rahmen der ersten Erkundung stellte sich heraus, dass es sich bei den Stoffen um Natronlauge und Flusssäure handelte – eine Kombination, die einen hochgefährlichen Einsatz unter Chemikalienschutzanzügen der Form 3 erforderte.
Die Einsatzleitung übernahm der SBM/KBM Gefahrgut Roland Ehrsnberger, sodass im weiteren Verlauf rasch eine strukturierte Einsatzorganisation aufgebaut werden konnte. Zur besseren Koordination wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet: Einer für den unmittelbaren Gefahrenbereich sowie ein zweiter für den Aufbau und Betrieb der Dekontamination.
Im Fokus der Übung standen neben der Stofferkennung insbesondere das Absperren des Gefahrenbereichs und die Sicherstellung des Brandschutzes. Unter schwerem Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen gingen mehrere Trupps in den Gefahrenbereich vor, um die austretenden Stoffe aufzufangen, beschädigte Behälter abzudichten und die Flüssigkeiten kontrolliert umzupumpen. Parallel dazu wurde ein Dekontaminationsplatz der Stufe 2 eingerichtet, um die eingesetzten Trupps nach ihrem Einsatz fachgerecht zu reinigen und aus der kontaminierten Zone auszuschleusen.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten und Gefahrgutkomponenten über Landkreisgrenzen hinweg. Gerade im Bereich der Gefahrgutabwehr ist ein reibungsloses Zusammenspiel aller beteiligten Kräfte von entscheidender Bedeutung, da solche Einsatzlagen sowohl personal- als auch materialintensiv sind und ein hohes Maß an Spezialisierung erfordern.
Das Fazit der Übung fiel durchweg positiv aus. Neben wertvollen einsatztaktischen Erkenntnissen konnte insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Feuerwehren weiter gestärkt werden. Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Kreisfeuerwehrverbandes Neumarkt für die Organisation und Vorbereitung dieser gelungenen Übung.

