Lehrer drücken die Schulbank – Erfahrungsaustausch im Brandbunker

Am Aschermittwoch hieß es für einige Lehrkräfte der Staatlichen Feuerwehrschule Regensburg: Perspektivwechsel. Statt selbst zu unterrichten, nahmen sie die Rolle der Teilnehmer ein und „drückten die Schulbank“ – oder besser gesagt: sie trainierten unter realitätsnahen Bedingungen in der Brandübungsanlage in Amberg/Atzlricht.

Organisiert wurde der Fortbildungstag von Fachbereichsleiter Johannes Maier (SFS-R) gemeinsam mit Alexander Streher (SFS-R). Ziel war es, bestehende Ausbildungsinhalte zu reflektieren, neue Impulse aufzunehmen und den fachlichen Austausch mit der Feuerwehr Amberg zu intensivieren.

Heißausbildung unter realen Bedingungen

Nach der Ankunft und einer umfassenden Sicherheitsunterweisung ging es in die Heißausbildungsanlage nach Atzlricht. Dort standen praxisnahe Einsatzübungen auf dem Programm:

  • Türöffnungsprozeduren-Taktiken
  • Wärmegewöhnung
  • Personenrettung unter erschwerten Bedingungen

Die Ausbildung im feststoffbefeuerten Brandcontainer – dem „Bunker“ – forderte nicht nur körperlich, sondern bot auch wertvolle Erkenntnisse für die eigene Lehrtätigkeit. Einsatztaktik, Kommunikation im Trupp sowie Führungsverhalten unter Belastung wurden intensiv analysiert und diskutiert.

Ein besonderer Schwerpunkt lag zudem auf der Einsatzstellenhygiene – ein Thema, das in Ausbildung und Einsatzpraxis zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Atemschutzwerkstatt, VR-Ausbildung

Am Nachmittag stand die Atemschutzpflegestelle im Mittelpunkt. Neben der Grobreinigung der eingesetzten Atemschutzausrüstung wurden organisatorische Abläufe sowie Reinigungs- und Hygienekonzepte betrachtet.

Der Leiter unser modernen Atemschutzwerkstatt, Matthias Hofmann, stellte den Lehrkräften die Möglichkeiten vor, die sich durch die vorhandene Technik ergeben. Von Prüf- und Wartungsabläufen bis hin zu hygienischen Aufbereitungsprozessen wurde aufgezeigt, wie moderne Atemschutztechnik effizient und sicher gewartet werden kann. Mit Blick in die Zukunft stehen an der Feuerwehrschule langfristig mögliche Modernisierungen im Bereich Atemschutz an – der Austausch lieferte hierzu wertvolle Impulse.

Ergänzend wurde die VR-Innenbrandbekämpfung der Feuerwehr Amberg vorgestellt. Die Feuerwehr Amberg gilt hier als Vorreiter und ist mit ihren vollumfänglichen Ausbildungskonzepten bereits in der Vergangenheit positiv aufgefallen. Die Verbindung aus realer Heißausbildung und moderner Simulationstechnik unterstreicht den hohen Ausbildungsstandard und bot den Lehrkräften zusätzliche Anregungen für die Weiterentwicklung eigener Konzepte.

Ebenfalls nutzte auch der langjährige Heißausbilder des Landesfeuerwehrverband Bayern Containers, Alexander Höcht, die Gelegenheit den Tag zu begleiten. Nachdem er bereits von anderen Teilnehmern Inspiration erhalten hatte, verschaffte er sich vor Ort ein eigenes Bild von Ausbildungsablauf, Methodik und technischer Umsetzung.

Ein geballtes Kompetenzteam mit dem gemeinsamen Ziel, langfristig noch mehr aus der Ausbildung herauszuholen – ein rundum gelungener und gewinnbringender Fortbildungstag für alle Beteiligten.

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Erneuerung des Brandcontainers in der Bunkeranlage Atzlricht erfolgreich abgeschlossen