Ein großflächiger Waldbrand am Johannisberg bei Freudenberg hat Ende Juli die Einsatzkräfte der Region über mehrere Tage hinweg gefordert.
Am Freitag, den 31. Juli 2026, wurden die Feuerwehren gegen 16:49 Uhr zu einem Waldbrand in dem schwer zugänglichen Waldgebiet alarmiert. Schon kurz nach dem Eintreffen zeigte sich, dass sich das Feuer durch die anhaltende Trockenheit, starke Windböen und das anspruchsvolle Gelände rasch ausbreitete. Zeitweise galt der Brand als außer Kontrolle. Rund 300 bis 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, BRK, Bergwacht, Wasserwacht, Polizei und weiteren Organisationen waren im Einsatz. Die Kreisstraße AS 29 musste gesperrt werden, zudem wurde die Bevölkerung über Warnsysteme aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und das Einsatzgebiet zu meiden.
Die Feuerwehr Amberg war sowohl in der Bodenbrandbekämpfung als auch mit den Flughelfern maßgeblich eingebunden. Bereits bei der ersten Lageerkundung wurde die Anforderung eines Polizeihubschraubers zur Brandbekämpfung aus der Luft veranlasst. Gegen 18:45 Uhr traf der Polizeihubschrauber „Edelweiß 16“ an der Einsatzstelle ein. Die Flughelfer richteten bei einem Weiher nahe Bühl den Landeplatz sowie die Wasserentnahmestelle ein und bereiteten den Hubschraubereinsatz vor. Noch am Abend konnten 17 Löschwasserabwürfe mit rund 7.000 Litern Wasser durchgeführt werden, um insbesondere den Bereich rund um die Johannisbergkirche zu sichern und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Parallel dazu unterstützten Kräfte der Feuerwehr Amberg die Brandbekämpfung am Boden. Mit dem Abrollbehälter Tank wurde ein 10.000-Liter-Faltbehälter eingerichtet, der als Wasserpuffer für die Löschmaßnahmen diente. Während der Nacht war das Fahrzeug zudem im Bereich der Kirche in einer Riegelstellung eingesetzt, um das markante Gebäude vor den Flammen zu schützen. Die Kirche konnte während des gesamten Einsatzverlaufs erfolgreich gesichert werden
Am Samstagmorgen wurde der Einsatz unter schwierigen Bedingungen fortgesetzt. Schwerpunkt der Brandbekämpfung war ein etwa 400 Meter langer und bis zu 50 Meter breiter Steilhang, in dem sich zahlreiche Glutnester ausgebreitet hatten. Unterstützt durch die Flughelfer Amberg und später zusätzlich durch nachalarmierte Flughelfer aus dem Landkreis Cham führte der Polizeihubschrauber weitere 68 Löschwasserabwürfe durch. Rund 35.000 Liter Wasser wurden dabei gezielt auf die Flanken des Brandgebietes und schwer erreichbare Glutnester abgeworfen. Mithilfe von Wärmebildtechnik konnten die Bodentemperaturen in den betroffenen Bereichen von teilweise rund 300 C auf unter 100 C reduziert werden. Insgesamt wurden durch den Hubschraubereinsatz über 42.000 Liter Löschwasser eingebracht.
Zeitweise erschwerten starke Windböen, Gewitterzellen, umstürzende Bäume und herabfallende Äste die Löschmaßnahmen erheblich. Zahlreiche Arbeiten mussten in Handarbeit und mit Löschrucksäcken durchgeführt werden. Mehrere Feuerwehrangehörige wurden bei den kräftezehrenden Arbeiten leicht verletzt, konnten die Krankenhäuser jedoch nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.
Die Feuerwehr Amberg war an beiden Tagen mit mehreren Fahrzeugen und insgesamt 42 Einsatzkräften im Einsatz. In den weiteren Tagen kamen abwechselnd alle Stadtteilwehren zur Unterstützung und Ablösung in den Einsatz. Kräfte des LF 16/12 und des Versorgungs-LKWs unterstützten die Bekämpfung offener Brandstellen und legten Wundstreifen an, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Zudem übernahm Stadtbrandinspektor Christoph Bachmann über mehrere Stunden die Leitung eines Einsatzabschnitts.
Nach rund 50 Stunden intensiver Einsatzarbeit konnte die Einsatzleitung am Sonntagabend schließlich „Feuer aus“ melden. Nach Angaben der Behörden wurden etwa 5,7 Hektar Waldfläche zerstört, spätere Vermessungen gehen teilweise sogar von über 8 Hektar betroffener Fläche aus. Noch mehrere Tage danach waren Nachlöscharbeiten erforderlich, um tief sitzende Glutnester im Waldboden vollständig abzulöschen. Kreisbrandrat Christoph Strobl sprach von einem Waldbrand, wie er ihn in seiner jahrzehntelangen Dienstzeit in dieser Größenordnung noch nicht erlebt habe.
Die Feuerwehr Amberg bedankt sich bei allen beteiligten Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Behörden, Land- und Forstwirten sowie den zahlreichen Unterstützern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei diesem außergewöhnlichen Großeinsatz.
