Eine außergewöhnlich einsatzreiche Woche liegt hinter den aktiven Einsatzkräften der Feuerwehr Amberg. Bereits mit Beginn des Montags, 13. Juli 2026, wurden die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräfte nahezu rund um die Uhr gefordert.
Den Auftakt machte um 00:30 Uhr eine Türöffnung in der Ludwigstraße. Nur wenige Stunden später wurde der Löschzug gegen 14:00 Uhr mit dem Stichwort „B3 Rauchentwicklung im Gebäude“ in die Meillerstraße alarmiert. Vor Ort konnte eine Rauchentwicklung in einem Mietshaus festgestellt werden. Die Ursache war letztlich ein Defekt an einem Gasofen. Durch die bereits eingetretene natürliche Belüftung war das Gebäude beim Eintreffen der Feuerwehr weitgehend rauchfrei. Nach der Abschaltung der Heizungsanlage konnte das Objekt an die Verantwortlichen übergeben werden. Noch im weiteren Verlauf des Tages folgten eine Aufzugsöffnung sowie eine weitere Türöffnung.
An Nachtruhe war jedoch nicht zu denken. Kurz vor 03:00 Uhr wurde der Löschzug erneut alarmiert. Das Stichwort lautete diesmal „B3 Brandgeruch“ in der Boslarnstraße. Das ersteintreffende Löschgruppenfahrzeug stellte auf der Balkonseite eines Mehrfamilienhauses eine deutliche Rauchentwicklung fest. Sofort ging der Angriffstrupp zur Erkundung in das Gebäude vor und veranlasste die Evakuierung der betroffenen Bereiche. Ein Bewohner wurde gemeinsam mit der Polizei aus der Gefahrenlage gebracht. Nach kurzer Erkundung konnte ein Entstehungsbrand auf einem Balkon festgestellt werden. Zunächst wurde das Feuer mit einer Kübelspritze bekämpft, anschließend erfolgten Nachlöscharbeiten über eine Steckleiter mit einem D-Rohr. Durch das schnelle Eingreifen konnte eine weitere Brandausbreitung verhindert werden.
Auch der restliche Tag blieb arbeitsreich. Um 17:20 Uhr wurden das LF 16/12 und der AB-Tank zu einem Flächenbrand am Heinrichsweg alarmiert. Gemeinsam mit der Feuerwehr Karmensölden konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht und abgelöscht werden.
Zu einem eher ungewöhnlichen Einsatz führte wenig später die Auslösung der Brandmeldeanlage einer Bank in der Marienstraße. Nach dem Eintreffen des LF 20 stellte die Besatzung an der Brandmeldezentrale einen ausgelösten Gaswarner fest. Bereits bei der Erkundung wurden auffällige Gerüche wahrgenommen, weshalb sich der Angriffstrupp umgehend mit umluftunabhängigem Atemschutz vorging. Die Ursache konnte schließlich im Technikraum der Kühlanlage lokalisiert werden. Dank der vorhandenen Einsatzunterlagen war das weitere Vorgehen klar definiert. Mit Hilfe des sogenannten PID-Messgerätes konnte eine erhöhte Ammoniakkonzentration festgestellt werden. Die Einsatzkräfte sperrten daraufhin Ventile und den Notabsperrhahn der Anlage. Obwohl dadurch ein weiterer Austritt zunächst verhindert werden konnte, verringerte sich die vorhandene Konzentration nicht ausreichend. Daher wurde eine Fachfirma hinzugezogen, deren Anfahrt mehrere Stunden in Anspruch nahm.
Während dieses laufenden Einsatzes wurde die Feuerwehr zusätzlich zu einem ausgelösten privaten Rauchwarnmelder in die Kolpingstraße alarmiert. Der an der Einsatzstelle frei verfügbare Teleskopgelenkmast sowie das LF 16/12 und weitere Ehrenamtliche übernahmen diesen Einsatz. Glücklicherweise handelte es sich um einen Fehlalarm. Nach dem Eintreffen der Fachfirma in der Marienstraße unterstützte die Feuerwehr anschließend nochmals bei der Belüftung des Gebäudes sowie der Absicherung der Arbeiten. Das Leck konnte lokalisiert, die betroffene Leitung weiter abgesperrt und das Gebäude anschließend belüftet werden. Die letzten Einsatzkräfte kamen gegen 06:30 Uhr nach Hause. Der restliche Tag war einsatzfrei.
Gleich am nächsten Tag rückten die hauptamtlichen Kräfte am Donnerstagmorgen um 07:43 Uhr mit dem Kleinalarmfahrzeug zu einer weiteren Türöffnung aus. Kurz darauf folgte eine Kleintierrettung in der Jesuitenfahrt.
Die Ruhe währte jedoch nicht lange. Punkt Mitternacht zum Freitag wurde der Löschzug zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage ins Industriegebiet Süd alarmiert. Vor Ort stellte sich der Alarm als Fehlalarm heraus und die Einsatzkräfte konnten nach rund 30 Minuten wieder einrücken.
Nur zwei Stunden später, um 02:32 Uhr, folgte jedoch erneut eine Alarmierung zur Bank in der Marienstraße. Die anrückenden Kräfte ahnten bereits Schlimmes, und tatsächlich hatte die Gaswarnanlage erneut ausgelöst. Der erste Atemschutztrupp stellte unmittelbar erhöhte Konzentrationen sowie austretende Flüssigkeit unter der Kältemaschine fest. Routiniert wurden wieder der Notabsperrhahn geschlossen und die entsprechenden Ventile gesichert. Aufgrund der deutlich höheren Messwerte und der festgestellten Leckage wurde das Alarmstichwort auf „ABC 3“ erhöht. Zusätzlich wurden der Gefahrgutzug der Feuerwehr Amberg, die DEKON-Gruppe der Feuerwehr Amberg-Karmensölden sowie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung alarmiert.
Im weiteren Einsatzverlauf gingen mehrere Trupps unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) zur Erkundung vor. Dabei wurden Konzentrationen festgestellt, die teilweise außerhalb des Messbereichs der eingesetzten Geräte lagen. Gemeinsam mit dem inzwischen eingetroffenen Fachbetrieb wurde entschieden, das Be- und Entlüftungsgerät des Abrollbehälters Atemschutz einzusetzen. Dieses wurde durch einen CSA-Trupp eingebracht. Die austretenden Dämpfe wurden durch weitere Atemschutztrupps mit Wasserstrahlen niedergeschlagen. Die Maßnahme zeigte rasch Wirkung. Das diesmal an einer anderen Stelle befindliche Leck konnte schnell lokalisiert und erfolgreich abgedichtet werden. Nach Abschluss der Arbeiten wurden die eingesetzten CSA-Trupps durch die DEKON-Einheit dekontaminiert. Die letzten Fahrzeuge konnten die Einsatzstelle erst kurz vor 08:00 Uhr verlassen.
Auch am Wochenende waren noch mehrere kleinere Einsätze durch das Kleinalarmfahrzeug abzuarbeiten. Glücklicherweise blieb es dabei bei weniger gravierenden Einsatzlagen.
Diese Woche hat eindrucksvoll gezeigt, wie leistungsfähig und schlagkräftig die Feuerwehr Amberg gemeinsam mit ihren Stadtteilfeuerwehren aufgestellt ist. Besonders hervorzuheben ist dabei das große Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräfte, die rund um die Uhr ihre Freizeit für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stellen.
Die Feuerwehr Amberg bedankt sich ausdrücklich bei allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, bei deren Familien für das entgegengebrachte Verständnis sowie bei den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig für Einsätze freistellen und damit das Ehrenamt aktiv unterstützen. Ohne diesen Rückhalt wäre ein solcher Einsatzdienst nicht möglich.
