Hilfskonvoi Ukraine des Landesfeuerwehrverbandes Bayern

Die unglaubliche Hilfsbereitschaft unter den Feuerwehren in Deutschland und Polen zur Unterstützung der im Kriege zerstörten Feuerwehrinfrastruktur in der Ukraine mündete für uns in der Mitwirkung bei einem Hilfeleistungseinsatz des Landesfeuerwehrverbandes Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium des Inneren.
Ein gigantischer Konvoi aus 30 Feuerwehrfahrzeugen, die fast 50 Tonnen Feuerwehrgerätschaften auf 162 Paletten beförderten und 9 Feuerwehrfahrzeuge, die als Spenden der jeweiligen Gemeinden an den ukrainischen Zivilschutz übergeben werden sollten, wurde unter Federführung des LFV Bayern zusammengestellt. Dazu wurden im Vorfeld zwei Sammelstationen in Nord- und Südbayern (Lauf und Unterföhring) eingerichtet, bei denen das gespendete Material abgegeben werden konnte.

Die Feuerwehr Amberg beteiligte sich mit einem Führungsfahrzeug (Amberg 1/10/1) zur Unterstützung der Marschführung mit SBR Heinrich Scharf und KBR Fredi Weiß (der als Fachbereichsleiter des LFV Bayern für die Marschorganisation wie Tanken, Raststopps usw. verantwortlich zeichnete) und einem Wechselladerfahrzeug (Amberg 1/36/3) mit Olm Markus Amberger und Hfm Stefan Dietz. Dieses wurde aufgrund der Länge des Abrollbehälters hauptsächlich zum Transport mehrerer 3-teiliger Schiebeleitern und der mobilen Tankstelle eingesetzt.
Nach der Verabschiedung durch Oberbürgermeister Michael Cerny ging es zunächst nach Lauf zum Beladen, dort wurde der nordbayerische Kontingentteil dann durch Innenminister Joachim Herrmann auf die Reise geschickt.

Im oberbayerischen Rohrdorf trafen sich alle Fahrzeuge und der Konvoi, der in Fahrt beinahe 4 Kilometer lang war, startete Richtung Krakau. Nach 17 Stunden Fahrt und einer kurzen Nachtruhe wurden die Hilfsgüter an einem Brückenkopf bei der BF Krakau entladen. Die gespendeten Fahrzeuge wurden in der Nähe der ukrainischen Grenze nach Abwicklung aller Formalitäten an eine weitere Verteilstelle übergeben.
Der Brückenkopf der Deutschen Feuerwehren in Polen wird seit Wochen durch den Landesfeuerwehrverband Brandenburg koordiniert, hier trafen wir auf gute Freunde aus dem LFV BB, dessen Vizepräsident Daniel Brose regelmäßig Gast in der Feuerwache Amberg ist. Auch die Betreuung durch den Verband der Freiwilligen Feuerwehren Polens in Form der Vizepräsidentin Teresa Tisbiereck, auch eine langjährige Wegbegleiterin von SBR Heinrich Scharf in der internationalen Jugendfeuerwehrarbeit (auch sie war schon zweimal Gast in Amberg) war wirklich tadellos. Eine besondere Überraschung stellten die Lotsen dar, die den Konvoi zurück an die polnisch/tschechische Grenze begleiteten: vier Kameraden der Feuerwehr Wola Batorska, die 2013 das LF 16/12 der Feuerwehr Amberg erworben hatten, übernahmen diese Aufgabe. Auch hier war Kamerad Dariusz Solkowski damals zur Übernahme und Einweisung einige Tage bei der Feuerwehr Amberg zu Gast – so klein ist die Feuerwehrwelt!

Die gesamte Fahrt des Konvois lief sowohl bei Hin- als auch Rückfahrt völlig problemlos. Unzählige Sympathiebekundungen in Deutschland, Österreich, Tschechien und besonders in Polen begleiteten die bayerischen Feuerwehrfahrzeuge auf diesem bemerkenswerten Auslandseinsatz.

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